Im August 1987 hatte ich einen Autounfall. Zu dieser Zeit war ich Abiturient, leidenschaftlicher Windsurfer und Snowboarder. Die Diagnose nach dem Unfall: Bruch des 2. und 3. Lendenwirbels mit inkompletter Querschnittlähmung. Die Prognose der Ärzte war niederschmetternd:
Rollstuhlfahrer!

Ich hatte jedoch eine minimale Restfunktion im rechten Oberschenkel, so dass ich nicht aufgeben wollte, sondern bereits in der Reha sehr hart trainierte. Nach zwei Jahren konnte ich weitgehend auf den Rollstuhl verzichten und mich mit Krücken und sogenannten Gehapparaten fortbewegen. Später benutzte ich dann Gehstöcke und Pereneos- Schienen, die das Fussgelenk stabilisierten. Die Pereneos-Schienen benötige ich nach wie vor, unterhalb des Kniegelenks bin ich komplett gelähmt, in den Oberschenkel konnte ich etwa 2/3 der ursprünglichen Muskeln wieder auftrainieren.

Bereits 1989 begann ich mit dem Radfahren, das MTB war wegen der leichten Übersetzungen gut geeignet. Radfahren erwies sich als relativ günstig und war und ist für mich letztlich einfacher als gehen. Dann folgte nach und nach die Entwicklung zum Radrennfahrer. Erst trainierte ich hobbymäßig mit dem Mountainbike, dann begann ich mit Downhill-Wettkämpfen und später trainierte ich bereits intensiv für Mountainbike Marathons. Seit 1997 trainiere ich professionell und nehme an Wettkämpfen des paralympischen Radrennsports teil.

Die ganze Familie und meine Frau Susanne, mit der ich etwa ein Jahr nach dem Unfall zusammenkam haben mich immer unterstützt. Ich habe neben meinem Engagement im Sport mein BWL-Studium mit Prädikat abgeschlossen und mich mit meinem Bruder selbstständig gemacht, dann jedoch die Chance für ein Leben als Radrennsportler ergriffen. Diese Chance verdanke ich ausser meinem familiärem Umfeld meinen Sponsoren, allen voran der Sparkasse Dachau, aber auch meinen Sponsoren aus der Fahrradbranche. Einen fast ebenso wichtigen Beitrag leistet die Top-Team Förderung, die ich für die Paralympics 2004 und 2008 erhielt und auch für London 2012 erhalte.                   

Videoportrait Deutsch von Joachim Day

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