Chimborazo 6.300 m - Zum höchsten Punkt der Erde - das Tagebuch.

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Tag 1: Langer Flug über Amsterdam nach Quito. Ankunft & Transfer zum Hotel. Dann machen wir einen Taxiausflug zu Abendessen im Einheimischenstyle. Dabei sind TU-Kanzler Albert, Christoph & Team Thilo, Markus und Pete. Das Treppensteigen ist deutlich zu spüren, da Quito auf 2850 Meter Höhe liegt. Die Gruppe hat 13 Teilnehmer: unser Team mit mir, Thilo, Fotograf Pete und Filmemacher Markus, dann dem Holländer Ronald, Albert, Jurist Christoph, BW-Offizier Blacky, Matthias, der schon am Aconcagua war, Steffen, junger Ingenieur und geübter Kletterer, 6000er-Bezwingerin Ingrid, Prof. Ekkehart und Psychologin Kerstin - eine interessante Mischung.

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Wie ein Gelähmter einen 6310 m hohen Berg bezwingt

Von Jens Bierschwale | Veröffentlicht "Welt" am 17.02.2017

Paralympicssieger Michael Teuber hat den 6310 Meter hohen Chimborazo in Ecuador bestiegen – als erster Mensch mit einer Teilquerschnittslähmung. Der ewige Grenzgang ist Antrieb für den 49-Jährigen.

Minus 15 Grad. Dazu eisiger Wind. Als Michael Teuber den Gipfel erklimmen will, liegen noch knapp 1000 Höhenmeter vor ihm – und die beängstigende Frage: „Werde ich es wirklich schaffen?“ Gemessen an seiner Kleidung ist der 49-Jährige gut gerüstet für den Weg hinauf auf den Chimborazo. Lange Unterhose, Windstopperberghose, Unterhemd, Funktionspulli, dicke Jacke, darüber noch eine Schicht aus Goretex. Die Schuhe hat er während der vergangenen Stunden mit Thermopadsohlen zur Vorbeugung vor Erfrierungen an den Zehen geheizt. Jetzt, um Mitternacht, kann es losgehen.

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Michael Teuber bezwingt erneut den "El Teide"

Sparkassen-Radrennfahrer Michael Teuber aus Odelzhausen ist auch wieder als Bergsteiger aktiv und hat während seines dritten Frühjahrstrainingslagers, diesmal auf der Kanareninsel Teneriffa, den 3.720 Meter hohen "El Teide" bestiegen.

Obwohl Teuber trotz seines Handicaps, einer inkompletten Querschnittlähmung, bereits zwei Alpen-4000er und den Kilimanjaro bezwungen hat, war diese Besteigung keine Routinearbeit für den Ausdauersportler. Die Aktion stellte eine echte Herausforderung dar, denn Teuber hat gerade erst einen komplizierten Oberschenkel-Trümmerbruch überstanden, den er sich Anfang September 2014 bei einem Fahrradsturz zugezogen hatte. Nach 2 Monaten Krankenhausaufenthalt, 3 Monaten Rehabilitationstraining und 2 langen Rad-Trainingslagern befindet sich der Sparkassen-Rennfahrer derzeit auf der Kanareninsel Teneriffa und spult weitere Trainingskilometer für die Radsaison 2015 ab.
Am Ostermontag war es soweit: Nachdem Teuber in der Woche zuvor neben dem Radtraining auch einige kleinere Wanderungen zur Akklimatisierung an die Höhe und Gewöhnung an das Berggehen mit Teleskopstöcken sowie Stützschienen an den Füßen gemacht hatte, nahm er den mit 3.720 Meter höchsten Berg Spaniens in zwei Etappen in Angriff. Am ersten Tag ging es vom Fuß des Teide mit kompletten Übernachtungsgepäck mehr als 1.000 Höhenmeter über Geröll und zahllose Serpentinen zum Refugio Altavista, der höchstgelegenen Berghütte Spaniens auf 3.260 Meter Höhe. Nach einer kurzen, wegen der Höhe auch nahezu schlaflosen Nacht, brach Teuber um 5 Uhr morgens bei völliger Dunkelheit und zweistelligen Minusgraden zum Gipfel auf. Der Pfad wird in Gipfelnähe zunehmend steiler und ist oft mit losem Lavagruß bedeckt, was den Aufstieg in Verbindung mit der enormen Höhe und Sturmböen sehr schwierig machte. Das weitgehend ausgeheilte Bein hielt der Belastung stand und Teuber erreichte den Gipfel bei Sonnenaufgang. Er stand somit nach 2008 und 2011 bereits zum dritten Mal auf dem dritthöchsten Inselvulkan der Erde und konnte die grandiose, nahezu unbegrenzte Aussicht über das kanarische Archipel bis nach Afrika genießen.
Am nächsten Tag fuhr der amtierende Zeitfahrweltmeister den 45 Kilometer langen Anstieg von Meereshöhe bis zum Beginn der Wanderroute auf 2.350 Meter Höhe noch mit dem Rennrad ab - auch auf dem Rad scheint Teuber wieder ganz der Alte zu sein.

Michael Teuber zur Teide-Besteigung: "Nach dem Unfall habe ich mich mit aller Kraft so schnell wie möglich in den Sattel zurückgekämpft und bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits 6.000 Kilometer absolviert, denn schließlich steht 2015 mit der letzten WM vor den Paralympics Rio 2016 der wichtigste Qualifikationswettkampf auf dem Programm. Die Teide-Besteigung war jedoch eine besondere Herausforderung, denn beim Bergsteigen mit meinem Handicap wird die Beinmuskulatur ganz anders belastet als beim Radtraining. Besonders im Abstieg ist die Belastung für den gerade verheilten Bruch sehr hoch, zumal ja auch der fast 40 Zentimeter lange Marknagel noch im Oberschenkelknochen steckt. Klar war das Bein nach der Tour etwas überbelastet und hat gezwickt, aber es hat super gehalten und am nächsten Tag konnte ich sogar wieder auf das Rad steigen. Auf alle Fälle war der harte Aufstieg in den Morgenstunden und der überwältigende Ausblick vom Gipfel bei Sonnenaufgang ein ganz besonderes Abenteuer und hat mir viel Kraft und Zuversicht für die kommenden Herausforderungen gegeben."

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