Deutsche Meisterschaften 2016: Teuber holt den Titel im Einzelzeitfahren

Sparkassen-Rennfahrer Michael Teuber (BSV München) gewinnt bei den Deutschen Meisterschaften im Paracycling das Einzelzeitfahren über 20 Kilometer und holt zudem Silber im Straßenrennen. Beste Vorzeichen für den Weltcup am kommenden Wochenende in Ostende/Belgien).

Die Deutschen Meisterschaften wurden zum zweiten Mal in Köln ausgetragen. Zusätzlich wurde ein internationales Rennen veranstaltet, so dass etliche Nationen im Vorfeld des Weltcups am nächsten Wochenende in Belgien bereits in Köln am Start waren.

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Als erstes stand das Einzelzeitfahren auf dem Programm. Ein Tiefausläufer sorgte für kalte Temperaturen und Wind. Neben den deutschen Anwärtern aller Klassen waren unter anderen der C1-Weltcup-Führende Matt Bigos aus den USA und C1-Bahn-Weltmeister Arnoud Nijhuis aus den Niederlanden am Start. Zeitfahr-Weltmeister und DM-Titelverteidiger Michael Teuber ging als letzter auf die Strecke, unmittelbar vor ihm starteten Erich Winkler (RC Vislbiburg) und Pierre Senksa aus Berlin im Minutenabstand. Teuber kam in einer Zeit von 29:31 Minuten (Schnitt 40,5 km/h) am besten mit den schwierigen Bedingungen zurecht und distanzierte seine härtesten Rivalen deutlich - er holte beide in Zielnähe ein und hatte so eine respektive zwei Minuten Vorsprung herausgefahren. Vorjahres-Dritter Pierre Senska wurde noch von C3-Fahrer Steffen Warias (RV Concordia Reute) verdrängt. Teuber gewann auch die internationale Konkurrenz, seine C1-Konkurrenten konnten mit Rang 8. (Nijhuis) und 13. (Bigos) nicht in die Medaillenvergabe eingreifen.

ps-cc-20160515-144406Das Straßenrennen am Pfingstsonntag führte über einen flachen Rundkurs in Köln-Longerich, die Klassen C1 und C2 wurden gemeinsam gewertet. Aufgrund der geringen Streckenschwierigkeiten kam es zu keiner Selektion, so dass alles auf einen Zielsprint hinauslief. Dann wurde Straßen-Weltmeister und Top-Favorit Pierre Senksa in einen Sturz verwickelt. In den schnellen letzten Runden fiel das Feld auseinander. Der stark auftretende Erich Winkler führte eine 3-köpfige Spitzengruppe in Ziel und gewann den DM-Titel, Sparkassen-Rennfahrer Teuber konnte den Anschluss nicht mehr herstellen und musste sich mit DM-Silber begnügen, Dritter wurde Kurt Lallinger aus München. Die internationale Wertung gewann der frischgebackene kanadische C2-Bahn-Doppelweltmeister Tristen Chernove.

Michael Teuber zu den Rennen: „Ich konnte meine Leistungswerte von der Bayerischen letzte Woche zur DM in dieser Woche nochmals steigern. Ich komme für den ersten Saisonhöhepunkt, bei dem alle Favoriten für die Paralympics in Rio am Start sein werden, in Fahrt und bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Im Straßenrennen hat Erich Winkler viel gearbeitet und mit einem starken Finish gewonnen - Gratulation an meinen Zimmer-Kollegen!“

Teuber verteidigt angeschlagen den WM-Titel

Besser hätte die Straßen-Weltmeisterschaften in Nottwil (Schweiz) für Sparkassen-Rennfahrer Michael Teuber aus Dietenhausen kaum laufen können. Er verteidigte seinen Titel im Zeitfahren und jubelte zusätzlich über Silber im Straßenrennen bei einem Dreifach-Erfolg der Deutschen Fahrer der Wettkampfklasse C1. Dabei stieg der 47-jährige Teuber sogar mit einem Bänderriss im Sprunggelenk aufs Rad und fuhr trotz der Verletzung zu seinem 18. WM-Titel.

WM2015Podium

„Ich musste während der Rennen die Zähne zusammenbeißen, habe die frische verletzung aber gemeinsam mit unseren Ärzten gut in den Griff bekommen. Ich bin super glücklich und überwältigt, dass ich es trotz aller Schwierigkeiten geschafft habe, den Titel zu verteidigen“, freut sich Teuber, der sich vor elf Monaten noch einen Oberschenkelbruch zugezogen hatte. „Das ganze Training hat sich ausgezahlt, es hat alles gepasst.“
Die anspruchsvolle, bergige WM-strecke (21 Kilometer) absolvierte Teuber in 32:32,60 Minuten und distanzierte die Konkurrenz bei einem Schnitt von knapp 39 Km/h um über eine Minute. „Ich konnte meine Fähigkeiten ausspielen. Die Taktik ist aufgegangen.“ Zweiter wurde Teubers ewiger Rivale Juanjo Mendez aus Spanien, der Italiener Giancarlo Masini fuhr auf Rang drei.

Mehr als zufrieden war Michael Teuber auch mit Platz zwei im Straßenrennen, das bei Regen und Kälte gemeinsam mit der leichter behinderten C2-Gruppe durchgeführt wurde und über acht Runden der schweren 7-Kilometer WM-Runde führte. „Es gab eine brutale Selektion, in jeder Runde fielen Fahrer aus dem Feld, am Ende war nur noch das Deutsche Trio übrig. Wenn Pierre am Ende noch vorne dabei ist, habe ich im Sprint keine Chance“, sagt der 47-Jährige. "Gold und Silber ist eine fantastische Bilanz nach diesem schweren Jahr." Glücklich war auch Erich Winkler mit Platz drei, nachdem er es im Zeitfahren aufgrund eines technischen Defekts nicht aufs Podium geschafft hatte.

Teuber weiter nach dem Straßenrennen: "Jetzt fahre ich mit meiner Familie in den Urlaub, lege erst mal die Beine hoch und kuriere die Verletzung aus."

Im September geht es dann für Teuber und die Deutsche Paracycling-Mannschaft zum Weltcup-Finale nach Pietermaritzburg/Südafrika, wo sich Teuber den Gesamtweltcupsieg sichern will.

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Generalprobe mit Handicap

Nach einem langen Trainingslager zur Vorbereitung der diesjährigen Paracycling-Weltmeisterschaften (29.7.-2.8.) sollte der Heimweltcup in Elzach (24.-26.7.) die Generalprobe für den Saisonhöhepunkt in der Schweiz werden - doch dann verletzte sich Sparkassen-Rennfahrer Michael Teuber erneut und muss nun um seine WM-Chancen bangen.

Das WM-Training lief für den amtierenden Zeitfahrweltmeister wie am Schnürchen - bis er sich einen Tag vor der Abreise zu den wichtigsten Rennen der Saison einen Bänderriss am linken Sprunggelenk zuzog. Nach 48 Stunden unter ärztlicher Behandlung trat Teuber dennoch beim Weltcup-Einzelzeitfahren an, das noch dazu mit 18 Kilometern und 600 Höhenmetern als das schwerste Zeitfahren im Wettkampfkalender gilt. "Es war schon hart, ich konnte kaum auftreten und musste auf Krücken zur Rennmaschine humpeln, da war es schwer, meine Leistung abzurufen.", so Teuber. Prompt verfehlte der Paralympicssieger mit einer Zeit von 42:41 Minuten seine Vorjahresleistung und wurde von seinem Dauerrivalen Juanjo Mendez aus Spanien um 11 Sekunden distanziert. Der Niederländer Arnoud Nijhus wurde mit einer Minute Rückstand Dritter, Pierre Senska aus Berlin Vierter. Erich Winkler aus Landshut, der heuer wie Teuber bei allen Weltcup-Rennen auf das Podium fuhr, wurde diesmal Siebter.
Nach einem Tag Wettkampfpause stand das Straßenrennen über flache 55 Kilometer auf dem Programm, ein winkeliger Stadtkurs mit 4,5 Kilometern Länge musste 12 mal durchfahren werden. Ein erholt wirkender Michael Teuber konnte das enorme Tempo der C1/2-Spitzengruppe von durchschnittlich 38,2 km/h bis zum Schluß mithalten und musste sich am Ende nur dem Berliner Sprintspezialisten Pierre Senska geschlagen geben. Arnoud Nijhus wurde mit fast 5 Minuten Rückstand Dritter, Erich Winkler noch vor Junajo Mendez Vierter.

Michael Teuber: "Ich habe heuer nach dem Oberschenkelbruch monatelang extrem hart gearbeitet und bin jetzt nach dem Hühentrainingslager in Sankt Moritz in Top-Form. Da war die erneute Verletzung ein Schock, aber ich habe mich beim Zeitfahren durchgebissen und heute lief es schon wieder besser. Jetzt hoffe ich auf einen weiterhin guten Verlauf der Heilung, so daß ich bei der WM 100 Prozent geben kann."

Mit 3 Siegen, zwei Zweiten und einem Dritten Platz führt Michael Teuber nach der Dritten von 4 Stationen den Paracyling-Weltcups die Gesamtwertung an und erhielt am Ende des Events das Trikot des Weltcup-Führenden. Das Weltcup-Finale wird vom 10.-13. September in Pietermaritzburg/Südafrika ausgetragen.

Die deutsche Mannschaft reist nun unmittelbar weiter zu den Weltmeisterschaften in Nottwil/Schweiz. Am Donnerstag, den 30. Juli beginnt für Sparkassen-Rennfahrer Teuber die WM mit dem Einzelzeitfahren über anspruchsvolle 21 Kilometer, am Samstag steht das Straßenrennen über relativ bergige 56 Kilometer auf dem Programm. Die Weltmeisterschaften sind auch das wichtigste Qualifikationskriterium für die Paralympics in Rio de Janeiro 2016.

Elzach

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